Spirit of Cochise Apache

"Schon wieder!" ... werdet ihr sagen. Denen fällt zu Urlaub immer nur dasselbe ein. Na und?

Mitte Mai ging's los: erst Mal für eine Nacht in die Nähe von Arromanche nach Tracy sur Mer ins Hotel "La Rosiere". Beim Einchecken hat mir die Madame einen Zettel zugesteckt. Was da drauf stand musste ich alles auswendig lernen, damit ich mich "un chien belle élevé" nennen durfte. Das war voll in Französisch - wo ich doch schon mit Deutsch so meine Probleme habe -  besonders grammatikalisch.

  • Je suis un chien belle élevé
  • Je respecte la propreté de la maison
  • Je ne fais pas pipi sur les murs ou devant la chambre de mes voisins, ni devant la mienne d’ailleurs
  • Je ne suis pas autorise à accompagner mon maitre dans la salle de petit déjeuners
  • Mon maitre me tient en laisse
  • Mon maitre me conduit aux lieux d’aisance qui me sont réserves, en dehors de jardins de l’hôtel ou du parc ou jouent les enfants
  • Je maitrise ma faim lorsque je rencontre un ami de race différente

Was die nicht wissen konnte: "mon Maitre" ist eigentlich eine "Maitresse". Ätsch!

 
Hinweisschild zum Hundeklo in der "La Rosiere"


Dem Klaus sein Auto konnte
direktvor dem Zimmer parken!

Kurz vor Caen sind wir in ein dickes Unwetter geraten. Hagelkörner so groß wie Tischtennisbälle und alles zappenduster und höllisch laut. Ich war aber ganz cool. Der Klimawandel hat jetzt auch Frankreich erreicht. Noch Schlimmeres wusste uns Mr. LeDuff bei unserer Ankunft im "Trouz ar Mor" zu berichten. Am 10. März 2008 hatte es bei Sturm und Springflut (coef. 106 - wenn euch das was sagt) die Küstenlinie überflutet.


Tempête: le sentier des douaniers mis à mal!
10 Mars 2008 (Zeitungstitel-/ foto vom 13.3.08)


Knapp
! Nur noch wenige Meter
vom Trouz ar Mor bis in den Ozean.

Und dabei dem "Ty ar Roc'h" den halben Garten, den Gartentisch (aus Beton!!!) die Mauer und die Hecke weggerissen. Direkt hinter der Mauer verläuft der  Küsten-wanderweg GR34, der vom Mont Saint-Michel über Le Conquet bis nach Lorient führt. Dieser ist teilweise weggespült worden und allein die Vorstellung war schon ganz schön gruselig. Bin gleich mit dem Klaus losgezogen und wir haben diese Bilder gemacht.

  
Auch vor dem Ty ar Roc'h hat das Meer ganze Arbeit geleistet. Die Mauer wurde provisorisch
durch einen Bretterzaun ersetzt.


Irgend ein Fischer aus Pors-Meur
muss jetzt zu seinem Kutter schwimmen.


Hier verlief einmal der Küstenwanderweg.
Jetzt muss man über Stock und Stein klettern!


Aus einem anderen Blickwinkel.
Die Nachbarn ein paar Meter südlich
von uns hat es auch ganz schön erwischt!

Die anderen Küstenabschnitte rund um Plouescat hatte es nicht so doll erwischt. Besonders die Strände waren alle noch da. Am ersten Tag durfte ich mich am Strandabschnitt "Ker Emma - West" austoben. Da kann man bei Ebbe ohne Ende laufen und den Muschelschrubbern bei der Arbeit zusehen. Die Einheimischen kommen hier nämlich mit Eimerchen und Schäufelchen daher und buddeln nach kleinen Muscheln.

 
Habe mir ein neues Spiel ausgedacht.
Bällchen von einem Algenhaufen zum
nächsten schleppen. Toll, nicht!?

 
Die keltische Ureinwohnerschaft bei
der mühsamen Nahrungsbeschaffung.


Im "Maison des Dunes" ruht man sich
anschließend von den Strapazen aus.

Wir hatten dieses Mal jede Menge Verwandtschaft zu Besuch. Sogar dem Klaus sein Bruder und dem seine Frau, George und Barberine (die aber beide nicht erkannt werden wollen - ich weiss auch warum, hä, hä) sind vorbei gekommen. Für die bucklige Verwandtschaft muss man nicht nur teuer einkaufen gehen, sondern auch noch gourmetmäßig kochen - sonst sind die beleidigt.

 
Lecker, teuer Einkaufen auf
dem Wochenmarkt in Roscoff

 
Fertig mit Schlemmen! Sabine kann Müll wegräumen!


Lieu jaune!

Auch wieder zu Besuch: Christine und Rolf, der jetzt nur noch "Jean" heißt. Wenn ihr den mit seinem Franzosenhut seht, wisst ihr auch warum. Denen wurde - naturellement - auch wieder prächtig aufgetischt, obwohl die dieses Mal noch nicht ein Mal die Fenster geputzt haben. War nämlich nichts mit Gischt dieses Jahr. Das Meer war drei Wochen lang platt wie 'ne Flunder. 

 
Hier sucht "Jean" Ersatzteile für sein Wohnmobil.

Hier links erklärt uns der Jean, was das ist wo er da steht. Ne "Allée Couverte"! Steht auch auf dem Schild da unten!
Kennt ihr nicht, macht nix, Jean erklärt euch das. Hat zu tun mit Kelten, Druiden, Hinkelsteinen, dem Obelix und dem Asterix und weil man's sich nicht erklären kann mit mystischem und extraterrestischem ...

Aber ihr seid ja nicht auf dieser "meiner" Seite, um den Jean, die Einheimischen, den Klimawandel oder die Speisenfolge kennen zu lernen. Deshalb kommen jetzt die wirklich wichtigen Fotos:
Ich bei der Arbeit und bei Spiel und Spaß!
Wie ihr wisst, hat's mit dem Rettungs-schwimmen nur semi-optimal geklappt. Deshalb durfte ich "nur" mein Bällchen vor dem Ertrinken retten.


Vor der Arbeit erst mal warm machen ...


Puh, das war knapp ...


 ... meinem Bällchen wäre fast die Puste ausgegangen!

 
Eines Tages kam der "Nebel des Grauens" über's Meer

 
Dem habe ich's aber gezeigt!

 
Was sollich? Den Rasen "sprengen?"


Ok ... ok, aber wo ist hier der Zünder?

 
Hmmm, lecker! "Os de veau", wie der Gourmet sagen würde. Frisch und knackig!

In Plouescat lebe auch ich wie Gott in Frankreich. Der Metzger vom Supermarkt sägt mir immer ganz tolle Kalbsknochen ("Os de veau") ab - und das auch noch total für umsonst, wo man in Bochum voll die Kohle für abdrücken muss ( ... die Sabine jedenfalls, aber für die geht der Klaus ja anschaffen oder wie man da sagt). Leider habe ich keine uneingeschränkte Verfügungsgewalt über meine Rationen.

 
Oh, shit! Kontrolle! Sabine will sehen, ob ich noch nicht zu viel geknabbert habe. Wegen Verstopfung!

  
Ungern!
Aber ehe wieder das Gemecker losgeht!

  
Puh, mann ist der schwer! Ich komm' ja schon!

  
Siehste! Kaum was abgeknabbert.
Darf ich ihn noch noch für ein paar Minuten behalten
?!